Nike, unser globaler Sportswear-Gigant mit $46 Milliarden Jahresumsatz, befindet sich in einem kritischen Turnaround unter neuem CEO Elliott Hill, wobei die Q2 FY2026 Earnings (18. Dezember) starke North-America-Ergebnisse (9% Wachstum) mit einer desaströsen China-Situation (-17% YoY, sechste Rückgangquarter) kontrastieren. Die letzten zwei Wochen zeigen ein gemischtes Bild: Insider-Käufe von Tim Cook und CEO Hill signalisieren Vertrauen in die Strategie, aber massive Tariff-Kosten ($1,5 Milliarden), Margin-Kompression (300 bps Rückgang) und kulturelle Irrelevanz in China präsentieren existenzielle Herausforderungen, die ein einfaches Comeback verhindern.
Elliott Hill startete seine "Win Now" Strategie mit fünf Säulen: Culture, Product, Marketing, Marketplace und In-Person Presence. Die Ergebnisse sind zweigeteilt. North America zeigt Erfolg mit +9% Revenue-Wachstum, stabiler Inventory und erste Margin-Verbesserungen trotz $520 Millionen Tariff-Impact. Das Running-Business wächst >20% zwei Quartale hintereinander, Nike x SKIMS mit Kim Kardashian zeigt Promise und neue Innovationen (Nike Mind, AeroFit) kommen. Die Wholesale-Rekalibrierung funktioniert mit +8% Wachstum und mending von Dick's Sporting Goods Beziehungen.
Aber der Preis ist brutal. Gross Margin fiel 300 bps auf 40,6% wegen höherer Tariffs, Inventory-Obsolescence in China und notwendigen Markdowns zum Clearing. Nike erwartet weitere Margin-Kompression von 175-225 bps im Q3. Die Restructuring-Kosten sind real: 12.000+ Mitarbeiter wurden entlassen, Kostenstrukturen werden reorganisiert und der CEO investiert massiv in "demand creation" (>$5 Milliarden geplant für FY2026).
Greater China ist das zentrale Problem und möglicherweise nicht lösbar mit aktueller Strategie. Revenue fiel -17% in Q2, das sechste Rückgangsquartal in Folge. Footwear-Sales sanken -20% regional. Die Root Cause: Nike verliert nicht an Konkurrenz wegen Produkt-Qualität, sondern wegen "kultureller Irrelevanz." Gen-Z-Konsumenten in China umarmen "Guochao" (chinesische Authentizität) und bevorzugen lokale Marken wie Anta und Li-Ning, die sich als "echte" chinesische Brands präsentieren.
Nike's Messaging ("Elite Athleticism, Just Do It") fühlt sich "kontrolliert und nicht-authentisch" für chinesische Konsumenten an. Die Marke ist auch im Digital Marketing schwach: WeChat, Douyin, Tmall Livestreaming sind nicht Nikes Stärke. CEO Hill hat das Problem anerkannt: "It's clear we need to reset our approach to China." Aber ein Reset dauert Jahre und Nike kann nicht Jahre warten, während $2,1 Milliarden China-Revenue schrumpft.
$1,5 Milliarden Tariff-Kosten in FY2026 ist nicht inflationär – das ist ein strukturelles Problem. 50% von Nikes Produktion kommt aus Vietnam. Trump's Tariff-Regime ist für südostasiatische Produktionsstätten ein geschaffener Preis-Schock, den Nike nicht schnell absorbieren kann. Die Optionen sind schlecht: (1) Preise erhöhen und Volumen verlieren in unsicher Makro, (2) Margen opfern, (3) Supply-Chain-Reallokation (dauert Jahre und ist teuer).
Nike versucht "surgical price increases" – nur auf bestimmte Produkte – um den Sticker-Shock zu minimieren. Aber in einer preissensitiven Umgebung (Konsumenten sparen Geld wegen Lebenshaltungskosten-Druck), ist das Timing schlecht. Deckers (Hoka, UGG) und andere Konkurrenten haben die gleichen Tariff-Probleme, aber On und Hoka haben kulturelles Momentum und stecken nicht im China-Desaster.
Tim Cook kaufte $2,95 Millionen Nike Shares (50.000 Anteile) Ende Dezember und verdoppelte seine Position fast. CEO Elliott Hill kaufte ~$1 Million. Insgesamt Insider-Käufe über $5,4 Millionen im späten Dezember. Das ist ein klassisches Value-Signal: "Die Aktie ist überverkauft, wir glauben an den Turnaround." Die Message ist klar: Interne Leaderschaft glaubt, dass der aktuelle $65-$63 Preis ein Schnäppchen ist versus langfristiges Potenzial.
Aber die Bewertung ist nicht günstig. Nike handelt bei P/E von 30-37x trotz EPS-Rückgang von -28% (konsens FY2026). Das ist höher als Peers wie Adidas (16x) und Steve Madden (20x). Die Forward P/S ist 1,95x vs. Industry 1,79x. Zacks gibt Nike ein Value Score von D. Das bedeutet: Die Aktie ist für ein Unternehmen im Turnaround teuer bewertet.
Positiv:
Negativ:
Bullish (30% Wahrscheinlichkeit):
Base-Case (55% Wahrscheinlichkeit):
Bearish (15% Wahrscheinlichkeit):
Nike ist keine vollkommen "sichere" Aktie, aber auch keine die man nicht halten sollte. Es ist ein "Execution-abhängiges Turnaround mit asymmetrischen Risiken". Die Insider-Käufe von Tim Cook und Elliott Hill sind echte Signals, aber keine Garantien. Die "Win Now" Strategie adressiert echte Probleme, aber China ist möglicherweise nicht lösbar in einem Timeframe, welches Investoren tolerieren.
Die Bewertung bei 30-37x P/E ist nicht attraktiv für ein Company mit -28% EPS-Rückgang und Margin-Druck. Ein Base-Case-Szenario würde Nike auf $75-80 bringen, das sind 15-23% Upside – aber das ist nicht inspirierend für das Risiko-Profil.
Die nächsten zwei Quartale (Q3 und Q4 FY2026) sind kritisch. Wenn North America das Momentum hält, Running-Skalierung funktioniert und Margins nicht weiter komprimieren, dann ist $80-85 realistisch bis 2027. Wenn China weiterhin fällt und Margen-Druck chronisch wird, dann ist Nike wieder auf $55-60 bis 2027.
Die Unsicherheit um Nike ist groß, es ist aber nicht zu ignorieren, dass der aktuelle Preis sehr sehr günstig ist und wir ohnehin einen guten Einstieg erwischt haben. Nike ist eine solide Position mit reelen Chancen - gewisse Analysten sehen Nike weiterhin als kritisch, diese sind aber nie wirklich zufrieden zu stellen. Ich bin zufrieden mit Nike und aus diesem Grund werden die Aktie weiter halten aber nach der Eroberung des nächsten Supports absichern.